Arbeiten Sie noch oder KEMSen Sie schon? Coaching Part «K»

von Nicole Fellmann

Was braucht ein Mensch, um sich im Arbeitsalltag wohlzufühlen, resilient zu bleiben und gemeinsam mit anderen erfolgreich zu arbeiten? Mit unserem KEMS-Ansatz betrachten wir genau diese Frage aus vier Perspektiven: Körperlich · Emotional · Mental · Seelisch. Doch was steckt konkret dahinter? In unserer vierteiligen Artikelserie stellen wir die einzelnen Bereiche vor.

Den Auftakt macht das «K» für Körperlich.


Der Körper spricht mit

Wer an Coaching denkt, denkt häufig zuerst an Kommunikation, Konflikte oder persönliche Entwicklung. Doch all diese Themen haben eine Grundlage, die oft unterschätzt wird: unseren Körper.

Im Berufsalltag sind wir oft darauf fokussiert, Leistung zu erbringen, Termine einzuhalten und Herausforderungen zu meistern. Dabei übersehen wir nicht selten die Signale unseres Körpers: Müdigkeit wird mit Kaffee kompensiert, Verspannungen werden ignoriert und Stress wird als normaler Bestandteil des Arbeitsalltags akzeptiert.

Doch unser Körper beeinflusst wesentlich, wie wir denken, fühlen und handeln. Er bestimmt mit, wie konzentriert wir arbeiten, wie wir auf Druck reagieren und wie wir mit anderen Menschen kommunizieren. Wer sich körperlich wohlfühlt, verfügt häufig über mehr Energie, Stabilität und Widerstandskraft. Umgekehrt können körperliche Belastungen langfristig Auswirkungen auf Motivation, Leistungsfähigkeit und Zusammenarbeit haben.

Was tut uns gut?

Eigentlich wissen die meisten Menschen, was ihnen guttut und welche Gewohnheiten das persönliche Wohlbefinden fördern würden. Der Arbeitsalltag macht es uns allerdings nicht immer leicht: Starre Arbeitszeiten, Schichtarbeit, saisonale Spitzen oder intensive Projektphasen erschweren die Umsetzung guter Vorsätze. Bewährte Routinen geraten ins Wanken, und die Motivation schwindet.

Genau hier kann Coaching wertvolle Impulse geben. Manchmal braucht es einen Perspektivenwechsel oder einen Anstoss von aussen, um eingefahrene Muster zu erkennen und neue Möglichkeiten zu entdecken. Ein externer Blick erweitert den Horizont und hilft dabei, wieder Vertrauen in das eigene Urteil zu gewinnen.

Kleine Schritte, grosse Wirkung

Wie läuft das konkret ab? Oder, wie es ein Teamleiter einmal formulierte: «Steht ihr dann vor meinem Team und predigt, dass alle morgens joggen gehen und mit dem Rauchen aufhören sollen?»

Nein. Es geht weder um starre Gesundheitsrezepte noch um Belehrungen. Im Mittelpunkt steht vielmehr die bewusste Wahrnehmung. Welche Gewohnheiten unterstützen uns? Welche rauben uns Energie? Wo überschreiten wir regelmässig unsere eigenen Grenzen?

Jeder Mensch ist anders. Was einer Person Kraft gibt, kann für eine andere belastend sein. Deshalb setzen wir im Coaching nicht auf vorgefertigte Lösungen, sondern auf Reflexion, Austausch und individuelle Erkenntnisse.

Oft sind es nicht die grossen Umwälzungen, sondern die kleinen Entscheidungen, die langfristig den Unterschied machen. Bereits scheinbar geringfügige Veränderungen im Alltag können sich positiv auf das Wohlbefinden und die persönliche Leistungsfähigkeit auswirken.

Bewusst wahrnehmen

Unser Ansatz setzt auf Individualität. Beim Thema Körper erinnern wir an Bewährtes und lenken die Aufmerksamkeit auf Aspekte, die häufig übersehen werden. Ein konkretes Beispiel: Wie steht es um Ihr Seh- oder Hörvermögen? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass eine Korrektur die Arbeit am Bildschirm oder die Kommunikation mit anderen deutlich erleichtern könnte?

Die bewusste Wahrnehmung des eigenen Körpers beginnt oft mit einfachen Fragen. Es geht darum, genauer hinzuhören und die eigenen Signale ernst zu nehmen. Dabei reichen die Themen vom Offensichtlichen bis hin zu Faktoren, die lange unbemerkt geblieben sind.

Im jeweiligen Zusammenhang vermitteln wir Grundlagen und geben Denkanstösse. Die einen beschäftigen sich stärker mit Ernährung, andere mit Bewegung. Manche entdecken die Bedeutung einer bewussten Atmung, während andere sich eher von Themen wie Regeneration oder Entspannungstechniken angesprochen fühlen.

Wichtig ist nicht die perfekte Lösung, sondern die richtigen Fragen. Denn daraus entstehen wertvolle Erkenntnisse über den eigenen Umgang mit Energie, Belastung und Regeneration.

Starke Teamkultur

Ein spannender Nebeneffekt: Wer sich mit dem eigenen Körper auseinandersetzt, entwickelt oft auch ein besseres Verständnis für andere Menschen. Man lernt, Unterschiede bewusster wahrzunehmen und die Bedürfnisse anderer besser zu verstehen.

So entsteht nicht nur ein stärkeres Teamgefühl, sondern auch eine Kultur der Aufmerksamkeit. Eine Kultur, in der man sich gegenseitig unterstützt, motiviert und aufeinander achtet. Denn nachhaltige Entwicklung beginnt nicht erst bei Strategien oder Prozessen, sondern beim Menschen selbst.

Bei Language Box betrachten wir Coaching stets im grösseren Zusammenhang. Die körperliche Ebene bildet dabei die Grundlage für weitere Entwicklungsprozesse. Genau deshalb führt uns das «K» direkt zum nächsten Bereich unseres KEMS-Ansatzes – jetzt wirds spannend!

Weiter gehts mit Part «E»

Im nächsten Teil unserer Serie widmen wir uns dem «E» für Emotional. Welche Rolle spielen Emotionen im Arbeitsalltag? Und wie können wir lernen, bewusster mit ihnen umzugehen? Bleiben Sie dran!


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